Manche Gebäude sind mehr als nur die Summe aus Holz und Stein. Der Kump ist ein Hallenberger Wahrzeichen und als solches oft die erste Adresse für Besucher und Einheimische gleichermaßen. Das dortige Informationszentrum ist ideal, um sich einen Überblick über die weiteren Attraktionen der Gegend zu verschaffen. Denn das umfangreiche Freizeitangebot der Region, inklusive unterschiedlicher Öffnungszeiten, wechselnder Ausstellungen und Events, kann für den oft unter Zeitdruck stehenden Touristen schnell unübersichtlich werden. Gut, dass im Kump kompetente Hilfe bereitsteht.

Mit exzellenter Kenntnis der Gegend und Engelsgeduld wird hier beraten, empfohlen und die richtige Richtung gewiesen. Aber Besucher kommen nicht nur in den auffälligen Fachwerkbau, um nach dem Weg zu fragen: Der Kump selbst ist ein architektonisches Schmuckstück!

Das Gebäude, das im späten 19. Jahrhundert großzügig erweitert wurde, zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen des Sauerländer-Fachwerkstils und beherrscht deutlich den Marktplatz. Mit seinem auffälligen Turm, der gleichzeitig als Eingang dient, zieht es die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich - es ist daher nur logisch, dass Informations- und Kulturzentrum hier untergebracht sind.

Aber hier geht es nicht nur um eine schöne Fassade: auch das innere des mit Geschichte beladenen Gebäudes wurde liebevoll aufbereitet. Mit großem Aufwand und nur durch die Hilfe zahlreicher öffentlicher und privater Spender konnte der Komplex in Anfang der 2000er Jahre renoviert und in seinen heutigen Zustand versetzt werden.

Besonders spannend wird es aber im Keller: in der kuriosen und etwas überraschenden Art, die so typisch für Hallenberg ist, wartet hier nämlich nicht etwa der Heizungskeller oder das Streusalz. Nein, hier gibt es eine Mausefallenausstellung zu bestauen! Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist in der Vergangenheit tatsächlich eine ernste Angelegenheit gewesen.

Denn eine sichere Vorratshaltung war früher lebensnotwendig. Das es noch keine Kühlschränke gab, wissen die Besucher Hallenbergs spätestens nach dem Besuch des berühmten Eishäuschens. Dementsprechend mussten die Lebensmittel im Keller Winterfest gemacht werden. Der Einfall von Nagern wäre hier katastrophal.

Die kleine aber hervorragend aufgearbeitete Ausstellung führt daher durch eine Vielzahl der verschiedenen Fallen. Und hier zeigt sich der ganze menschliche Erfindungsgeist: von brutal wirkenden historischen Fallen bis hin zu hochmodernen Lebendfallen, die den Besitzer per SMS informieren, wenn sie Beute gemacht haben, werden hier dutzende Methoden erleutert.

Aber nicht nur Gäste mit Interesse an kreativer Mechanik oder einem Hass auf Nagetiere kommen im Kump auf ihre Kosten: Die Ausstellung, die in den Gängen des Gebäudes zu bestaunen ist, lädt ebenfalls zum Verweilen ein. Wechselnde Exponate örtlicher wie auch überregionaler Künstler wollen ausgiebig begutachtet werden. Hier wird die Atmosphäre des historischen Bauwerks ideal genutzt.

Sollten Sie also einen Besuch im Kump in Betracht ziehen - sei es, um weitere Informationen über Hallenberg zu beschaffen oder weil sie ein wenig Geschichte atmen wollen - sollten Sie genug Zeit mitbringen. Denn der Kump ist weit mehr als nur ein Gebäude.